Eingewanderte Familien.

In früheren Jahrhunderten blieb der Verkehr mit der Außenwelt auf die Nachbargemeinden beschränkt. Von hier kam mannigfacher Zustrom, wie auch umgekehrt viele Lohner in die Umgebung abgewandert sind. Meistens waren es abgehende Söhne von Bauernhöfen, die als Heuerleute oder als Handwerker oder als Wirte mit ihren Familien ein Unterkommen suchten. So kamen, um nur einige Namen zu nennen, aus dem Kirchspiel Dinklage die Familien Ruholl, Sextro, Uchtmann, Arlinghaus, Burhorst, Blömer, Kenkel, Westendorf, Middendorf, Bünnemeyer, Gieske, Bocklage, Kohorst, Holthaus; aus dem Kirchspiel Steinfeld Willenbrink, Krümpelbeck, Scherbring, Kenkel, Schröder, Haskamp, Wilmhoff, Döhmann, Saalfeld, Kirchhof; aus dem Kirchspiel Bakum Schaland, Stukenborg, Mönnig, Frilling, Meinerding, Schlotmann. Woher die von der münsterschen Regierung eingesetzten Vögte von Dissen, van Groningen, Gieseke und Hane stammen, ist nicht bekannt. Die Vögte Nieberding und Meyer kamen aus dem Kirchspiel Steinfeld. Durch die Schulen (Volksschulen, Rektoratschule, Handelsschule) wurden mehrere Familien von auswärts in Lohne ansässig, die meisten allerdings nur vorübergehend. Einige Familien hat der Adel infolge seiner vielen auswärtigen Beziehungen nach Lohne gezogen: Engelmann, Buddenböhmer, von der Fehr, Müller, Poot, Heidhues. Die große französische Revolution (1789) brachte einige Flüchtlinge aus Frankreich: Delaep, Dehain, Deux, von denen der letztere sich dauernd in Lohne gehalten und Nachkommen hinterlassen hat. Neuen Anlaß zur Einwanderung fremder Personen gab der Kirchenbau im Anfange des 19. Jahrhunderts (1821), es kamen damals nach Lohne Zimmermann Wennemer aus Riesenbeck, Schmied Künnemeyer aus Tecklenburg, Maurer Wehmeyer aus Mettingen. Dasselbe wiederholte sich bei der Restaurierung der Kirche 1891, wo Maurer Wilkens aus Twistringen, Gebrüder Fahling und Eiken aus Aschendorf und Küpker in Lohne zurückblieben. Neuen Zustrom von auswärts brachte auch die Eröffnung der Bahn (Lohne-Vechta 1888, Lohne-Hesepe 1900), Bahnbeamte, die aber oft wechseln. Eine Ausnahme macht Diedrich Schünemann aus Nelstedt, seit 1895 Bahnhofswirt. In neuerer Zeit haben Industrie, Handel und Verkehr Lohne die meisten Fremden zugeführt, wenn auch die Mehrzahl der Karfleute, Fabrikanten und Arbeiter einheimischen Ursprungs ist. Als Kaufleute ließen sich in Lohne nieder: Beckmann aus Vestrup, Ellerhorst aus Wildeshausen, Kinkhorst aus Barnstorf, Busch aus Herzlake, Wessels aus Wesuwe, Westerhoff aus Oythe; als Wirte Linnemann aus Essen, Müller aus Wildeshausen, Bitter aus Iburg, Kohorst aus Dinklage, Deeken aus Ramsloh, Hoyer aus Vestrup, Ellert aus Oythe, Nietfeld aus Langwege, Burschen aus Hörstel, Schlarmann aus Holdorf, Kirchhof aus dem Hannöverschen; als Tischler Bohmann aus Langförden und Emke aus Emstek; als Müller Holthaus aus Dinklage, Hempen aus Werlte, Elbers aus Werne, Budde aus Langwege; als Zigarrenfabrikanten Clodius aus Bremen, Haller aus Osnabrück, Kalbhenn aus dem Eichsfelde; als Bürstenfabrikanten Sapper aus Steindal in Baden und Holtvogt aus Vechta; als Korkfabrikant Taphorn aus Cloppenburg; als Likörfabrikant Heitmann aus Cloppenburg; als Schlosser Diekmann aus Bakum; als Schmied von Husen aus Repke bei Emstek; als Maler van Kothen aus Jemgum; als Kunstmaler Klingenberg aus Visbek; als Maschinenfabrikant Hölzen aus Löningen; als Sattlermeister Dehlwisch aus Cloppenburg; als Blaufärber Brickwede aus Alfhausen; als Bäcker Buken aus Cloppenburg, Frilling aus Oldenburg und Kramer aus Vörden; als Molkereidirektor und Wirt Feusi aus der Schweiz; als Ärzte Müller aus Wildeshausen, Niemöller aus Vechta, Meyer aus Lastrup; als Zahnarzt Dame aus Öventrop bei Arnsberg; als Zahntechniker Redlich aus Schlesien; als Apotheker Schäfer aus Crefeld und Driver aus Dinklage; als Uhrmacher Diekstall aus Dinklage. Diese Aufzählung, die noch weiter fortgesetzt werden könnte, möge genügen, um zu zeigen, daß eingewanderte Familien einen nicht geringen Bestandteil der Lohner Bevölkerung ausmachen. Allerdings haben manche der Eingewanderten Lohne wieder verlassen. Aber auch viele alteingesessene Lohner Familien wie Brägelmann, Bramlage, Rösener, Otten, Evers, Bolke, Tapke, Lüken, Flemer, sind verschwunden oder dem Verschwinden nahe. Von der früher im Orte Lohne verbreiteten Kaufmannsfamilie Kreymborg ist nur noch ein Zweig vorhanden. Am längsten halten sich die alten Familien in der Landgemeinde Lohne. Aber auch hier ist die frühere Stetigkeit im Abnehmen, seitdem altererbtes Bauerngut immer mehr zum Verkaufsobjekt zu werden beginnt (vergleiche S. 16 und 17).