Die Besiedelung.

Die Besiedelung des Kirchspiels Lohne in dem Umfange, wie sie sich gegenwärtig uns zeigt, ist das Ergebnis einer 1100jährigen Entwicklung. Alle Jahrhunderte haben daran mehr oder weniger gearbeitet. Anfangs waren unsere Vorfahren Nomaden gewesen, die mit ihren Herden von Ort zu Ort zogen. Man nimmt gewöhnlich an, daß sie in dem ersten Jahrhunderte nach Christus zur Seßhaftigkeit übergegangen sind. Schon in vorgeschichtlicher Zeit muß die Lohner Gegend, wenigstens zeitweilig, bewohnt gewesen sein. Das beweisen die Urnen, die man auf dem Lünsberge und dem Grevingsberge gefunden hat. In welcher Weise sich in den ältesten Zeiten die Besiedelung im einzelnen vollzogen hat, entzieht sich unserer Kenntnis, da urkundliche Nachrichten hierüber fehlen. Selbst für die Zeit des Mittelalters fließen die Quellen recht spärlich. Die ältesten Urkunden für unsere Gegend, die Heberegister der Klöster Werden (890) und Korvey (um das Jahr 1000), kommen nicht in Betracht, da genannte Klöster im Gebiete des Kirchspiels Lohne keine Besitzungen hatten. Eine planmäßige Besiedelung, wie im Stedinger Lande, hat nicht stattgefunden; sie blieb dem Zufall überlassen und wurde von der Bodenbeschaffenheit beeinflußt. Wo ihnen die Verhältnisse günstig schienen, siedelten sich einzelne Familien an, zunächst auf den trockenen, höher gelegenen Gebieten, allmählich auch, als die niedrig gelegenen entwässert waren, auf diesen. Die ersten Ansiedler wählten mit Vorliebe Plätze in der Nähe von Quellen und Bächen. Aus diesem Grunde liegen fast alle älteren Siedelungen an der quellenreichen Westseite der das Kirchspiel durchziehenden Hügelkette, an der Ostseite nur da, wo Quellen waren, wie in Brägel und Kroge. Fehlen uns auch urkundliche Nachrichten, so bleibt uns doch die Möglichkeit, aus anderen Umständen, namentlich aus der Siedlungsform, einen Schluß zu ziehen, wo wir die ältesten Siedlungen zu suchen haben. Man nimmt in neuerer Zeit an, daß die ältesten Ortschaften diejenigen sind, die eine dorfartige Anlage mit gemeinsamem Esch aufweisen, daß sie der altsächsischen Zeit (bis 800 nach Christus), zum Teil noch der vorgeschichtlichen Zeit angehören. Die aus dieser Zeit stammenden Höfe hatten 3 Bestandteile: zunächst das Sondereigentum an Haus und Hof, weshalb auch noch später in mittelalterlichen Urkunden das Bauerngut einfach lateinisch als domus oder niederdeutsch als Hus (Haus) bezeichnet wurde; dann das Sondernutzungsrecht an der Ackerflur, dem gemeinsamen Esch, der in schmalen, nebeneinanderlaufenden Streifen entsprechend der Zahl der Hofstellen des Dorfes aufgeteilt wurde; und endlich das Mitbenutzungsrecht der gewöhnlich über mehrere Ortschaften sich erstreckenden Mark. Diese altsächsische Besiedelungsart wurde seit 800 nach Christus, wo die Franken das Sachsenland eroberten, verlassen. Man ging zum Einzelhofsystem über, das gegenüber der altsächsischen Gehöftanlage manche Vorteile bot. Die den Dorfgenossen gemeinsamen Esche waren dem Flurzwang unterworfen, das heißt nach der Ernte mußten sie als gemeinsame Weide liegen bleiben, und gaben auch vielen Anlaß zu Grenzstreitigkeiten. Dagegen konnte der Einzelhofbesitzer auf seinem meistens mit einem Wall umgebenen Kamp innerhalb der von der Natur gezogenen Schranken nach seinem Gefallen wirtschaften. Wenn wir nun nach den erörterten Gesichtspunkten die einzelnen Ortschaften des Kirchspiels Lohne einer genaueren Untersuchung unterziehen, setzen wir voraus, daß die Lage der Ackerfluren im wesentlichen dieselbe geblieben ist. Leider fehlt uns eine Bodenaufnahme aus den früheren Jahrhunderten, wie sie im alten Fürstentum Osnabrück von 1784-1790 vorgenommen ist. Da aber im Kirchspiel Lohne amtliche Verkoppelungen nicht stattgefunden haben, so können wir trotz der Veränderungen, die von privater Seite im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen sind, annehmen, daß die Ackerfluren im ganzen noch die alten sind. Eine Ausnahme macht in dieser Beziehung der Ort Lohne, in dem, wie in allen Kirchdörfern, die ursprünglichen Flurverhältnisse vollständig verwischt sind. Man kann aber den Ort Lohne (980 Laon) wohl als die älteste Siedelung ansprechen, die noch in die vorgeschichtliche Zeit zurückreicht, da ja andere alte Siedelungen, wie Nordlohne, Schellohne, Zerhusen (Süderhausen), Südlohne, nach ihm benannt sind. In altsächsischer Zeit wird er der Sitz eines Edelings gewesen sein, der in den Sachsenkriegen als herrenloses Gut in fränkischen Besitz überging, auf dem dann für den nördlichen Teil des Dersigaues die erste Kirche errichtet wurde, und von dem ein Teil an einen sächsischen oder fränkischen Herrn zum Besitz überlassen, andere Teile an Hörige gegen Zins verpachtet wurden.* )

Altsächsischen Ursprungs sind aller Wahrscheinlichkeit nach Krimpenfort, Nordlohne, Schellohne, Zerhusen, Südlohne, Ehrendorf, Kroge und Brägel. Zweifelhaft erscheint es, ob man die Einzelhöfe Vulhop und gr. Fortmann als in altsächsischer Zeit entstanden ansehen kann. Denn wenn man auch im allgemeinen annimmt, daß Einzelhöfe späteren Ursprungs sind, so ist doch nicht ausgeschlossen, daß unter besonderen örtlichen Verhältnissen, wo eine Dorfanlage nicht möglich war, in altsächsischer Zeit ein Einzelhof sich gebildet hat.

Frühmittelalterlicher Zeit, etwa von 800-1200, gehören in ihrem Ursprunge die Höfe in den Bauerschaften Brockdorf, Märschendorf und Bokern an, die noch erst entwässert werden mußten, bevor sie besiedelt werden konnten. Das linke Ufer der Aue in der Bauerschaft Bokern wird von den alten Eschdörfern im Kirchspiel Bakum, Schledehausen, Elmelage und Weihe, aus besiedelt sein.

Innerhalb der genannten Ortschaften Krimpenfort, Nordlohne, Schellohne und so weiter sind aber nicht alle Höfe gleichen Alters, sondern nur die früheren Ganz- oder Vollerben innerhalb einer Ortschaft haben als die ältesten zu gelten. Jünger sind die Halberben, Köttereien und Brinksitzereien, zum Teil entstanden durch Abtrennung oder Teilung von Ganzerben, zum Teil durch Anweisung von Markengründen, sogenannte Markkötter. So ist der Kotten Tölke in Rießel von Bröringmeyer, kl. Sieverding von gr. Sieverding, kl. Kreymborg in Brockdorf von gr. Kreymborg, kl. Bramlage von gr. Bramlage getrennt worden. Gr. Kalvelage, kl. Kalvelage und gr. Brüning sind durch Teilung eines großen herrschaftlichen Hofes entstanden, wie umgekehrt durch Zusammenlegung die Höfe Bruns und Albers im Gute Hopen, und die Höfe Steengrave und Brettberg im Gute Brettberg wieder untergegangen sind. Die Südlohner Köttereien Scheper, Stuke, Südbeck, Schomaker, Mollenstede, Dullweber, Buschmann, Ideler, in Ehrendorf Brägelmann, Tieke und Hartke, verdanken ihre Entstehung der Anweisung aus Markengründen, ebenso die Brockdorfer Köttereien: Stuke, Pund und Nobbe. Das ist in spätmittelalterlicher Zeit, etwa von 1200 an, geschehen, in einer Zeit, wo Teilungen und Absplitterungen von Erbland und Zuweisungen aus der Mark noch zulässig waren. Später trat dann eine Zeit ein, die eine weitere Besiedelung mit selbständigen Kolonen unmöglich machte. Es kam der Grundsatz der Unteilbarkeit und Geschlossenheit der Höfe auf. Diese standen mit wenigen Ausnahmen in einem Hörigkeitsverhältnisse zu einem Gutsherrn. Auf ihnen lasteten schwere gutsherrliche Pflichten. Gutsherrschaft wie auch Landesherrschaft suchten die Höfe in leistungsfähigem Zustande zu erhalten und verboten deshalb Absplitterungen oder Teilungen. Nur ein Kind, gewöhnlich der älteste Sohn, konnte den ganzen Hof erben, die anderen Kinder wurden auf irgend eine Weise abgefunden. Etwas Ähnliches geschah auch mit den Marken. Auf der Markberechtigung beruhte damals der Schwerpunkt der ganzen Wirtschaft. Denn die Mark lieferte die Weide für das Vieh, die Mast für die Schweine, die Plaggen für den Acker, den Torf und die Schullen für die Feuerung. Die berechtigten Markgenossen waren deshalb eifersüchtig auf die ungeschmälerte Erhaltung der Mark bedacht und suchten eine Anweisung von Markengründen an neue Ansiedler zu verhindern.

Diese Umstände führten zu einer neuen Besiedelungsart mit nicht bodenständigen Leuten, mit Heuerleuten. Nicht erbberechtigte Kinder mußten entweder unverheiratet auf dem Hofe bleiben oder auswandern. Konnten oder wollten sie letzteres nicht, wollten sie aber eine Familie gründen, dann blieb ihnen nur eine Möglichkeit, die Pachtung. Das Beispiel hatten sie ja vor Augen in der Leibzucht, welche die alten Kolonen, wenn sie den Hof an den Anerben abgetreten hatten, zu beziehen pflegten. Waren diese gestorben und stand das Leibzuchtshaus leer, dann lag es nahe, daß der Anerbe einem Bruder oder einer Schwester, wenn sie heiraten wollten, die Leibzucht einräumte und gegen Hilfeleistung und einen billigen Preis etwas Land zur Bewirtschaftung überließ. Zu dem Leibzuchtshaus kamen dann noch andere Häuser hinzu für abgehende Geschwister. Es war ein billiges Mittel, abgehende Kinder abzufinden und auch die nötigen Arbeitskräfte in der Nähe zu haben, was bei weit auseinanderliegenden Höfen nicht so leicht war. Die ersten Anfänge des Heuerlingswesens zeigen sich beim Beginn der Neuzeit. Es nimmt dann ungemein zu während des 17. und 18. Jahrhunderts durch die sogenannten Husselte (Häuslinge), das sind während der Kriegswirren von Haus und Hof versprengte Bevölkerungsmassen, die in Backhäusern, Stallungen, Scheunen Unterkunft fanden. Im Kirchspiel Lohne gab es 1618 89, 1665 165, 1703 192 (dazu noch 30 Husselte), 1860 450 Heuerlingsfamilien.

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts beginnt eine neue Epoche der Besiedlung, nachdem die große französische Revolution (1789) und im weiteren Verfolg die französische Fremdherrschaft (1811), dann auch die oldenburgische Regierung mit den aus dem Mittelalter übernommenen Verhältnissen aufgeräumt hatten. Die gutsherrlichen Lasten wurden abgelöst, die Bauern erhielten freies Verfügungsrecht über ihren Grundbesitz. Allmählich zeigten sich die Folgen. Alte Stellen wurden in mehrere Teile zerlegt. So entstanden neue Eignerstellen durch Teilung von altem Erbland in Krimpenfort auf der Hoyngs Stelle, (Scheper, Bokern, Brägelmann, Rießelmann, Willenborg, Rohe, Krogmann, Krimpenfort, Bünnemeyer), in Schellohne durch Absplitterungen von den Schellohner Erbstellen (Bröring, Hackstedt, Bornhorn, Espelage) und durch Aufteilung der Strotmanns Stelle (Brockhaus, Holzenkamp, Südkamp), in Brägel durch Abtrennungen von der Wichelmanns (Bröring, Unkraut, Kollhoff, Gier) und Hinners Stelle (Zumbrägel, Aumann, Stüve, Rießelmann), in Südlohne durch Teilung der Henken Stelle (Eveslage, Kohorst, Rießelmann, Rolfes, Döllmann) und durch Absplisse vom Gute Brettberg (Kreymborg, Uchtmann, Willenborg, Scheper, Thole, Olberding, Sieve), in Märschendorf durch Aufteilung der Kakenbergs Stelle (Eveslage, Kenkel, Westendorf) und in Bokern durch Verkäufe von der Kerstings Stelle (Schwerter, Bornhorn). Die größten Besitzveränderungen hat der Ort Lohne aufzuweisen. Hier sind fast alle Köttereien verschwunden, dafür hat sich neben Lohne eine ganz neue Ortschaft, Lohnerwiesen, gebildet, indem sich daselbst Lohner Kötter, wie Zensen, Otten, Lüken, Evers, Rösener, wieder anbauten, zu denen dann noch andere Ansiedler hinzukamen. In Rießel verschwanden durch Aufteilung Rießelmann, Tölke und Busse. Moorkamp wurde zum Teil zerstückelt, der Rumpf geriet durch Kauf in anderen Besitz. Dasselbe geschah mit Fangmann in Brockdorf, kl. Fortmann in Südlohne, Hartke und Haneberg in Ehrendorf. In Südlohne verschwanden Schomaker und Südbeck und in Brockdorf Wittrock. Ihren Besitzer wechselten durch Verkauf Vulhop, kl. Bramlage, Urlage, Hoping, Bahnmann und Schulte. Einer allzu großen Zersplitterung des Grundbesitzes suchte das Gesetz vom 24. April 1873 vorzubeugen. Nach diesem kann der Besitzer einer behausten Stelle von bestimmter Größe diese zu einer Grunderbenstelle machen. Der Grunderbe erhält das Alleineigentum, ist jedoch verpflichtet, den vollen Wert der Stelle in die Erbteilungsmasse einzuschließen, erhält aber aus der Erbteilung als Voraus 40 Prozent des schuldenfreien Wertes der Stelle. Von diesem Rechte haben viele Grundbesitzer Gebrauch gemacht. 1890 gab es im Kirchspiel Lohne 81 Grunderbenstellen, deren Durchschnittsgröße 52 Hektar betrug.

Wesentliche Veränderungen erfuhren während des 19. Jahrhunderts die Marken, die so lange dem Wirtschaftsbetriebe das Gepräge gegeben hatten. Waren auch schon früher einzelne Parzellen der Mark in den privaten Besitz der Markgenossen übergegangen, so namentlich noch während der französischen Zeit 1813, so blieb doch die endgültige Aufteilung dem 19. Jahrhunderte vorbehalten. Sie wurde von der oldenburgischen Regierung zwecks der Besiedelung begünstigt, während die ehemals allein berechtigten Markgenossen der Besetzung der Mark mit Neubauern mit Mißtrauen begegneten, da sie sich hierdurch in der Markenbenutzung zur Viehweide, zu Plaggen und Schullen beeinträchtigt glaubten. Da aber der Staat den 3. Teil (tertia marcalis) für sich beanspruchte, brauchte er vorerst auf diese Stimmung keine weitere Rücksicht zu nehmen. So entstanden schon vor der Aufteilung der Marken Neubauerstellen. Bald nach den Befreiungskriegen 1817 verordnete die oldenburgische Regierung, daß denjenigen Soldaten, die an dem Feldzuge gegen Frankreich 1815 teilgenommen und die Ehren-Medaille erhalten hatten, Anteile aus den Marken zugewiesen werden sollten (sogenannte Soldatenzuschläge). Bedingung war, daß die angewiesenen Markenteile innerhalb einer bestimmten Frist eingefriedigt und mit einem Wohnhaus versehen würden. Es wurden 10 Freijahre gewährt, nach deren Verlauf alle auf dem Grundbesitz lastenden Abgaben zu entrichten waren. Für Zuweisungen aus der Bokerner Mark meldeten sich 5 ehemalige Soldaten: Gerd Rethmann, Gerd Evers, Lübbe Kollhoff, Bernd Hackstedt und Heinrich Rösener; von diesen erhielten die 3 ersteren 1817 im Bokerner Felde bezw. Sillbrock, die beiden letzteren im Bockhorster Moor je 12 Sch.-S. Land zugewiesen. Für die Lohner Mark beantragten die früheren Soldaten Joh. Heinrich Kathmann, Anton Evers, Hermann Heinrich Oldendiek, Anton Meyer, H. H. kl. Sieverding und der Amtsschließer Knippel, welch letzter der russisch-deutschen Legion angehört hatte, Zuweisung von Markengrund. Nur die beiden letztgenannten erhielten Zuschläge in der Nähe von Ascherns Plaggenmatt, während die anderen ihre Anträge zurückzogen, da ihnen die Lage der ihnen zugedachten Markenteile nicht zusagte. Knippel starb bald darauf in Oldenburg. Aus der Südlohner Mark erhielten Markengrund die Soldaten Joh. Heinrich Becker, Heinrich Anton Kreymborg, Anton Sandmann (Schuster), Anton Fortmann und Anton Pölking; aus der Ehrendorfer Mark Friedrich Büscherhoff (Kolwei) und Joh. Heinrich Arens Krogmann. Für die Brockdorfer Mark meldeten sich die Soldaten Joh. Heinrich kl. Bramlage, Hermann Heinrich Meyer, Ferdinand Niemann, Hermann Anton Pohlmann, Joh. Dirk Bramlage, Joh. Heinrich Busse und Bernhard Trenkamp. Da aber die berechtigten Markgenossen keinen Boden hergaben, die Tertia nicht der Staat, sondern der Graf von Galen zog, konnte ihrem Gesuche nicht entsprochen werden.

Einen weiteren Anlaß zur Markenbesiedelung bot der Lohner Kirchenbau 1817. Für diesen genehmigte die oldenburgische Regierung, daß aus der dem Staate zukommenden Tertia Markenteile verkauft wurden. So erhielten die Zeller Jost, Plump und Stallmann aus Weihe bei Bakum durch Kauf Markengrund im Bokerner Felde. Ferner erwarben sich der Lohner Kirchspielsvogt Brägelmann und der bekannte Gemeinheitskommissair Carl Nieberding ein Areal von 30 Sch.-S. aus der Bokerner Mark an der Dinklager Grenze, vertauschten diesen aber auf Antrag der Bokerner Markgenossen mit einem gleich großen Areal an der Nordlohner Grenze beim Sillbrock und teilten diesen unter sich in Größe von je 15 Sch.-S. (vergleiche Vahling und Wienholt). Einige Neubauerstellen verdanken ihr Entstehen der Initiative und Tatkraft ehemaliger Heuerleute, so Kanal in Krimpenfort, Blömer in Märschendorf, Fortmann (j. Südbeck), Uptmoor, Tombrägel, Bokern, Busse (j. Wichelmann), Scheper (später Nordlohne) in Brägel, Deters in Kroge, Schwers in Ehrendorf.

Die meisten der genannten Neubauereien erwiesen sich als nicht lebensfähig. Es fehlte das nötige Geld und der Dünger. Das ihnen zugeteilte Land war von zu geringem Umfange, um eine Schafherde zu unterhalten und die extensive Wirtschaft in der bisherigen Weise zu betreiben. Der Staat suchte den Neubauern zu helfen, indem er ihnen auf Antrag noch mehr Land zukommen ließ, auch bei der endgültigen Markenaufteilung sie noch weiter berücksichtigte. Bei dieser Gelegenheit kamen auch einige Häusler, die bisher nur Besitzer eines Hauses gewesen waren, in den Besitz von Landeigentum, so Moormann auf Büschelmanns Stelle in Ehrendorf, Heinrich Rolfes und Franz Josef Deters auf Gründen des Zellers Götke-Krogmann und Franz Henrich Wilmhoff auf kl. Krogmanns Boden in Kroge, Hartke in Brägel und andere. Die Folge war, daß, als die Marken aufgeteilt waren, der staatliche Anteil zum großen Teil verausgabt war. Was von ihm noch vorhanden war, blieb vorläufig als Verkaufsplacken liegen, ist dann mit der Zeit durch Verkauf in Privatbesitz übergegangen. Verschiebungen in den Besitzverhältnissen während der letzten Jahrzehnte können an dieser Stelle nicht weiter berücksichtigt werden. Erwähnt sei nur noch, daß in neuester Zeit im Brockdorfer Moor eine neue Kolonie unter dem Namen Lerchental im Entstehen begriffen ist.* )